Heute: Trockenbau

Heute gehen wir nun auf den eigentlichen Trockenbau ein. Wir haben einen externe Firma mit dem eigentlichen Trockenbau beauftragt, da es doch recht komplizert war wegen den Raum in Raum Konstruktionen und den freischwingenden Decken und Seitenwänden. Nach einiger Suche hatten wir endlich eine geeignete Firma gefunden, Pläne gabs von uns, Ausführung: Die Profis. Und so sah die Grundkonstruktiuon aus:

Grundkonstruktion der Aufnahmeräume

Wir bauten 2 komplette Metall Ständerwände mit Gipskartonbeplankung, normale und etwas schwerere Bauplatte (9 und 11kg/qm). Die Innenwand, 75mm Profile, war innen und außen doppel beplankt, also dann 12.5cm Dicke. Die Außenwand, 100mm Profile, war nur außen doppelt beplankt, also auch 12,5cm Dicke.

Eine Innen Beplankung der Außenwand ist technisch nicht wirklich ratsam, da mann nur schwer innen rankommt, die Wände vormontieren muss, und Sie damit nicht mehr optimal an eventuell unebene Böden angepasst werden können.

Zwische den Wänden dann 4 cm Platz. Insgesamt also ein Dicke von 28cm für beide Wände.

Und noch wichtig: Überall "Sylomer Puffer" (das "rote" zwischen den beiden Wänden) zum abstützen und Stabilitätsgewinn.

Alle Wände waren nicht mit dem Boden verbunden sondern verklebt mit sogenannten "Sylomer" Streifen (rot), die über Jahre hinweg eine Schalldämmung von ca. 30dB garantieren zum Boden hin. Die roten Streifen sieht man auf dem Foto jeweils unten hervorschaun. Das waren also unsere schwingended gelagerten Seiten Wände. Und so sieht das Sylomer aus, wenn man es kauft und den entsprechenden 2 Komponeten Kleber, der noch nach Jahren hält, dazu:

Sylomer Trittschallstreifen mit 2 K Spezialklebstoff

Da wir 60kg schwere Schallschutztüren einbauten muss die massiven Holzzragen am Boden und oben an der Decke dennoch mit Schrauben befestigt werden, die aber trotzdes Holzbodens in Dübeln waren und einen Gummi Puffer hatten:

Schrauben mit Gummipuffer

Und hier sieht man den ersten Raum mit zwei Seitenwänden, die in diesem Fall dreifach beplankt und 50mm Ständenwerk hatten:

Außenwand zu den Raumwänden hin

Die Befestigungen an den Seiten wurde zum Schluß wieder weggenommen, damit eine Schallübertragung in die Räume aus den Wänden kaum möglich war.

Oben in die Zimmer Decken wurde die zweite, äußere Wand eingebracht. Die vorhandene Rigips Decke und die alte Reisigstockdecke (!) wurden an dieser Stelle unterbrochen, so daß keine Schallbrücken entstanden. Diese zweite Aufnahmeraum-Wand war übrigens nur zum Regieraum hin vorhanden. Zu den Zimmerwänden beschränkten wir uns auf die einfache Wand mit Dreifachbeplankung.

Die Aufnahmeräume sollten 2,80 Meter hoch werden (die Zimmerraumhöhe war 3,5 Meter) und hatten eine freitragenden Decke, doppelbeplankt mit CD Profilen, Verbindungsstücken, und UA Trägern. Freitragend heißt, diese Decke sollte nicht an der eigentlichen Zimmerdecke mit Deckenabhängern befestigt sondern lastete voll auf den Trockenbau-Seitenwänden. Damit nun die Decke sich nicht mehr als 2mm durchbiegt, findet man auf der Internetseite der Schweizer Firma "Protektor" die Trackfähigkeitswerte aller möglichen Kombinationen von UA und UW Profilen abhängig von der freistehenden Länge der Profile. So haben zum Beispiel zwei "Backen an Backen" verschraubte UA Profile von 75mm eine Tragfähigkeit von ca. 50kg/qm bei ca. 3m Länge freitragend. Das reichte für uns. Unsere Decke lag inklusive Doppelbeplankung, UA 75er Profilen, CD Profilen, 75mm Mineral Wolle, nochmal 100mm CW Profil darunter fest verschraubt mit Befüllung 100mm Akustikwolle bei 35 kg/qm.

Für die Mineralwolle unendbehrliche Hilfsmittel:

Spezielles Mineralwoll Cutter Messer und Cutter

Und hier ein Foto der inneren Wand mit Fenster und Türauslass:

Innere Wand zur Regie mit Fenster- und Türauslass

Der Fensterauslass ist hier noch nicht ganz ausgeschnitten. Die einzubauenden Schallschutzfenster waren Siphon Fenster mit doppeltem Glas. Pro Wand eine komplette "Glasscheibe" mit jeweils 2 Scheiben, 6mm dick und die andere 8 mm dick, dazwischen ca. 4mm Luft. Diese Scheiben gibt es überall im Handel in allen Formen zu kaufen. Sie müssen umlaufend mindestens 5mm Luft im Fenster Rahmen behalten, damit Sie sich entsprechend ausdehnen können. Den Fenstereinbau übernahm ein Tischler, da die Fenster schräg eingebaut werden müssen und Schallschutzanforderungen von mindestens 32dB pro Fenster und Rahmen genügen sollten. Das ganze wird mit 68dB Schaum geschäumt wie die Türen auch. Damit es aber gut aussieht und auch passt, ist ein Tischler unbedingt nötig. Meist sind die inneren Fenster und Türen etwas schwerer als die äußeren, damit wir auf verschiedene "Resonanzfrequenzen" kommen und die Dämmung optimiert wird.

Die Türen sollten auch Schallschutztüren sein, innen Schallschutz Klasse 3 (37db, 60kg) und außen Klasse 2 (32dB, 40kg). Die Türen wurden zusätzlich mit jeweils 8 spezial selbstschneidenden Schrauben in der Holzzargen UA Profile befestigt. Wir wollten eben für die Ewigkeit bauen... Hauptsache "Kompliziert"...

Und hier mal ein Blick auf die Daten der Türen, die übrigens 2100x 860 mm waren, einen Schallex hatten, der automatisch unten beim schließen ausfährt, doppelte Falz, ziemlich groß und etwas übertrieben sind, dafür aber sehr schalldicht:

Türmaße

Der Boden der Aufnahmeräune, der bis zu 5 cm unter dem Regieboden ausgefräst wurde, wurde mit Ausgleichsschüttung von Fermacell begradigt, dann kamen die unvermeidlichen Fermacell Esttrichplatten (ca. 25dB Schallschutz) mit Holzfaser darauf. Ein reiner Estrich mit 5cm Dicke wäre zu schwer für die Bodenkonstruktion gewesen und die Fermacell Platten haben vergleichsweise gute SChallschutzwerte bei einfachem Verlegen. Darauf kam noch ein "Unterteppich Schallschutz-Streifen" (B1 flammhemmend) UZI mit 23 DB Trittschallschutz. Zum Schluß ein B1 Teppich in Anthrazit auch nochmal mit 27 db Trittschallschutz. Das ergibt rein rechnerisch 75 dB (Trittschall)-Bodenschutz bei ca. 7,5 cm Dicke, naja besser zuviel als zu wenig...

Insgesamt dauerte der Trockenbau mit ca. 275 qm Trockenbauplatten mit 3 Mann ca. 6 Wochen, nun ja, wir dachten es würde schneller gehen...

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  • Gast - Javier

    Schade dass ihr es nicht wirklich von Professioneller es machen lassen habt... Kein Professioneller Akustiker hätte es erlaubt, drei Schichten biegesteife Platten an einer Trennwand zu bauen. In einem Tonstudio und mit Trockenbau ist schon schwierig genug den Bass zu dämmen, wenn man 3 Schichten Rigips à 2 Lagen pro Schicht macht ist immer die Dämmung schlechter als 2 Schichten a 3 Lagen Rigips. Die Theorie spare ich mir, aber bitte, beim nächsten Bau kontaktiert uns.

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  • Gast - Javier

    GK Platten sind biegeweiche... vertippt.

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  • Gast - Duc

    Ihr habt beim Bau ziemliche Fehler in der Planung gemacht. Zuerst: eier Sylomer ist dieses "TSS Trittschallstreifen" und nicjt das echte Sylomer SR42, welches man auch das Rote Sylomer nennt. Eurr Trittschallstreofen hat nur 0,005 N/qmm dauerlast, während das Sylomer SR42 (das Rote) eine Dauerlast von 0,042 N/qmm aufweist.
    Euer Trittschallstreifen wird demnach mittlerweile schon eingedrückt sein und hat keine Wirkung mehr.
    Zweitens:
    Ihr habt nur 4 cm Abstand zwischen den Wänden gelassen. Hätte ihr von der Formel gewusst, wie man Resonanzfrequenzen zwischen zwei Wänden berechnet, hättet ihr bestimmt einen größeren Abstand gewählt. Nach meinen Berechnungen habt ihr irgendwo zwischen 150Hz und 230Hz einen Schalldämmeinbruch, WENN dies nicht schon längst durch das "Sylomer" passiert ist.
    Drittens:
    Was sollen diese selbstgemachten Schrauben mit "Puffern"? Das machten keinen Sinn. Wenn Schraube etwas herausragt, hält sich nicht anständig. Wenn man Sie zu tief reinbohrt, gibts Körperschallübertragungswege.

    Verbesserung für Neulinge:
    Baut eine 10cm Holzunterkonstruktion, setzt punktuell Sylomer SR28 darunter. Baut die Metallunterkonstruktion hinein in den Rahmen der Holzunterkonstruktion. Danach könnt ihr die UA Profile, die eine schwere 60kg Tür halten sollen, in die Holzkonstruktion schrauben, da das Holz sowieso auf Sylomer gepuffert ist, ist das nicht schlimm.

    Also Leute... Hausaufgaben machen!

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  • Egal was andere sagen, ich finde die Leistung trotzdem beachtlich. Schliesslich steckt da schon so viel drin, dass man ein halbes Haus bauen könnte. Weiter so!

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